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MORBUS SUDECK
Wer zahlt
denn eine erforderliche, stationäre
Rehabilitationsbehandlung
in Deutschland? Mittlerweile kann sich jede EU-Bürger auch auch in einem anderen EU-Land behandeln lassen, auch stationär. Die zuständige Krankenkasse stellt dafür den sog. E-112-Schein aus.
In absehbarer Zeit müssen Krankenhäuser ihre jeweiligen Fallzahlen
veröffentlichen, dann kann auch ein Patient erkennen, welche Klinik in
der Behandlung einer bestimmten Kran
kheit die größte Erfahrung hat. Wir gehen als
Rehabilitationseinrichtung mit gutem Beispiel voran: Was ist ein Morbus Sudeck? Beim
Morbus Sudeck* liegt eine
Algodyst
rophie
(=
schmerz
hafte Organstörung)
in ausgeprägter Form vor. Wie sieht ein Mor bus Sudec k z.B. im Fußbereich aus (1. Stadium)?
Hier gelangen Sie zu weiteren Sudeck-Photos (einfach anklicken) Aufgrund der Zirkulationsstörung sind die
betroffenen Partien meist bläulich livide verfärbt und ödematös
(= aufgequollen)
verändert. Typischerweise glänzt die Haut und geht häufig mit einer
vermehrten, lokalen
(= örtlichen)
Schweißbildung einher. Das Schmerzbild Die Patienten klagen über einen diffusen, heftigen Brennschmerz, ähnlich wie bei einer Kausalgie (= Schmerzen nach Nervenverletzung). Häufig besteht eine Hyperästhesie (= Sensibilitätsstörung als Überempfindlichkeit gegenüber allen örtlichen Reizen) bis hin zu Allodynie (= Berührungsschmerzen schon bei leichter, normalerweise nicht schmerzhafter Berührung).
Beteiligte Gelenk e versteifen. Besonders gravierend ist diese Schmerzer krankung im Bereich der Hand, weil er dort häufig zur Invalidität führt.
Zu einem
Morbus Sudeck kann es nach jeder, auch geringer
Arm- oder
Beinverletzung kommen, selten sogar spontan
(= von alleine, ohne
erkennbare Ursache). Im Bereich
der unteren unteren
Extremitäten
(=
Beine)
tritt die Kran
kheit bevorzugt im Bereich des
Fuß
es auf, seltener an der
Hüfte
oder am
Knie. Da ein
Morbus Sudeck aber
nicht zwingend nach jeder Verle
tzung auftritt, muß es eine
individuelle Kran
kheitsdisposition
(= Anfälligkeit für eine Kran kheit) mit besonderer
vegetativer (=
das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Labilität geben.
In der Literatur wird das Risiko, einen Morbus Sudeck zu erleiden auf 0,05% bis 5% geschätzt. Betroffen sind fast nur Erwachsene, überwiegend das weibliche Geschlecht zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.
1.Akutes
Stadium
2.Dystrophisches
(= durch Mangel- oder Fehlernährung bedingte Störungen und Veränderungen
einzelner Körperteile betreffendes)
Stadium
3.Stadium der At
rophie
1) Systemisch (= den Gesamtorganismus betreffende) medikamentöse Behandlung: Vorweg sei klar zum Ausdruck gebracht, der Mor bus Sudec k ist eine (schwerwiegende) Schmerzkrankheit und kann deshalb optimal nur von einem erfahrenen Facharzt mit der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" bzw. in einer schmerztherapeutisch anerkannten Klinik behandelt werden. Meist kommt man aber um die weiter unten beschriebenen, kontinuierlichen Nervenblockade techniken nicht herum, was aber nur stationär nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar ist, so z.B. in Bad Mergen theim.
2) Lokale (= örtliche) medikamentöse Therapie:
3)
Spezielle Schmerztherapie
/
Therapeutische
Lokalanästhesie Im Bereich der Beine (einschließlich Hüfte) kommen bei dieser Kran kheit ebenso kontinuierliche Blockadetechniken** zur Anwendung:
Auch die
Nerven
femoral
is und
ischias
bzw. ischiad
icus führen vegetative Fasern, so daß die erwünschte
Sympathikolyse
(= gefäßerweiternde und
damit durchblutungssteigernde Wirkung)
ebenfalls eintritt. Daß serielle bzw. kontinuierliche Nervenblockaden bei dieser Kran kheit sehr hilfreich sind, ist auch schon seit längerem in der Fachliteratur gut dokumentiert. Z.B. Lehmann, K.A.: postoperative Schmerztherapie, WVGmbH Stuttgart, 485-93 (1993). - Murray, P., Floor, K., Atkinson, R. E.: Continuous axillary brachial plexus blockade for reflex sympathetic dystrophy - Anaesthesia 50 (7), 633-5 (1955). - Ribbers, G. M., Geurts, A. C., Rijken, R. A., Kerkkamp, H. E.: Axillary brachial plexus blockade for the reflex sympathetic dystrophy syndrom, Int. J. Rehabil. Res 20 (4), 371-80 (1977). Auch in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation sind zur Behandlung beim Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom (Sympathische Reflexdystropie) Nervenblockaden aufgeführt - http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll-na/036-006.htm Begleitend hat sich auch eine Infusionsserie mit Lidocain 2% (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) als hilfreich erwiesen. Dabei werden unter Puls- bzw. EKG-Kontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte. Man kann Lidocain auch serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen (= Spritzen in eine Schlagader) in die A. femoralis (= Beinschlagader) oder A. brachialis (= Schlagader des Armes) verabreichen, so z.B. 2-3 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel in die sog. Endstrombahn und führt dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung (Sympathi kolyse) bei gleichzeitiger Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. Aus diesem Grunde wird in der klassischen Neuraltherapie bewußt um das Gefäß herum infiltriert. Manche Autoren empfehlen sog.
Sympathikus-Blockaden mit Guanethidin. Der Wirkstoff findet auch zur
Behandlung eines Bluthochdrucks Verwendung. Der Wirkmechanismus beruht auf
der Verminderung der Freisetzung des Botenstoffs Noradrenalin aus den
Endigungen der Nervenzellen. Vorteil dieser intravenösen Blockademethode
(= das
Medikament wird in ein zum Herzen zurückführendes Gefäß eingespritzt, wobei
aber z.B. der Arm vorübergehend abgestaut wird)
ist, daß die Wirkung bis zu 72 Stunden
anhalten kann. Nachteil ist das gegenüber den Nervenblockaden deutlich
erhöhte Behandlungsrisiko und die dabei auftretenden Schmerzen. 4) Andere, zusätzliche therapeutische Maßnahmen: ·Akupunktur(Schmerzakupunktur) ·Als physikalische Therapiemaßnahme eignet sich bei dieser Kran kheit die Ultraschallbehandlung (Thomalske 1991). ·Auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für die Hochtontherapie. ·Ganz wichtig sind therapiebegleitend intensive krankengymnastische Übungsbehandlungen (auch Lymphdrainagen) und eine funktionelle Ergotherapie, um eine Einsteifung der beteiligten Gelenke und damit eine drohende, bleibende Behinderung zu verhindern. Die krankengymnastische Übungsbehandlungen dürfen aber nicht schmerzhaft sein, weil sich sonst die Blutgefäße zusammenziehen und damit die lokale Stoffwechselstörung begünstigt wird. Die Krankengymnastik kann deshalb optimal und unbegrenzt nur zur Anwendung kommen, wenn durch die oben beschriebene Blockadebehandlung die Schmerzreizleitung weitgehend ausgeschaltet wird. ·Hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson aber auch ein Schmerzbewältigungstraining sind eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. ·Neuerdings führen wir bei einem Morbus Sudeck im Bereich der unteren Extremität (= Bein) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die Unterschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Abhängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im gleichen Rhythmus wie das Herz durchgeführtes) Gefäßtraining. Über eine Verbesserung der Durchblutung wird der lokal (= örtlich) gestörte Stoffwechsel optimiert. Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de (einfach anklicken). Besteht ein chronischer Schmerz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist i.d.R. eine rein somatische (= körperliche) Schmerzbehandlung nicht mehr ausreichend, sondern es muss auch eine psychologische Schmerzbehandlung bzw. spezielle Schmerzpsychotherapie erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung absolviert haben. **Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade eines Ner
vs mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven
vorübergehend (z.B. 10-14 Tage) eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch
eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht “aufgeschnitten”
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils
nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(= örtliche
Betäubungsmittel) völlig
schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des
örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine
Pumpe angeschlossen werden. Das
örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass
die grobe Kraft erhalten bleibt, damit begleitend krankengymnastische
Übungsbehandlungen möglich bleiben, in manchen Fällen durch die
gleichzeitige Hemmung der Schmerzreizleitung dadurch sogar erst möglich
werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche
Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei
dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner
ven betroffen sind, woraus eine sehr
deutliche Durchblutungssteigerung und damit Optimierung des lokalen
(= örtlichen) Stoffwechsels
(besonders wichtig beim Mor
bus Sudec
k)
resultiert. * Die neue Bezeichnung der International Association for the Study of Pain für den Mor bus Sudeck (engl. Sudeck`s atrophy oder Sudeck`s dystrophy) lautet: CR PS Typ I = Complex Regional Pain Synd rome (Reflex Sympathetic Dystrophy Synd rome). Hier (einfach anklicken) gelangen Sie zur E-Mail einer Patientin, die mit den beschriebenen Methoden behandelt wurde und lesen Sie die Briefe weiterer Patienten, deren Sudeck ebenfalls besiegt werden konnte: www.morbus-sudeck.at/anhang-5 . Zum Schluß noch ein guter Tip für betroffene Patienten: Selbsthilfegruppe "MORBUS SUDECK": Postfach 730162 in 22121 Hamburg, Tel.: 040/6725584 Falls Sie wissen möchten, woher
eine Weiterbildungsermächtigung für 1 Jahr Anästhesie besitzt (und das als Reha-Einrichtung !!), zusätzlich 18 Monate für das Fachgebiet Physikalische und Rehabilitative Medizin und natürlich auch für die Zusatzbezeichnung Rehabilitationswesen weiterbildungsberechtigt ist, dann klicken Sie hier. Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
Haftungshinweis:
Zu allgemeinen und therapiebezogenen Schmerzthemen gelangen Sie hier ---------------- Impressum kusb& Aktualisiert >03.02.2009> http://www.morbus-sudeck.at<strong>Morbus Sudeck</strong> |